Welterbe Oberharzer Wasserwirtschaft
Die Oberharzer Wasserwirtschaft ist ein weltweit einmaliges Wasserleitsystem, das vom Unesco-Welterbekommitee im Jahr 2010 in der Liste des Natur- und Kulturerbes aufgenommen wurde.
Die Welterbestätte "Oberharzer Wasserwirtschaft" besteht aus 107 historischen Teichen, 310 Kilometer Gräben und 31 Kilometer Wasserläufen. Vor mehr als 800 Jahren begannen Zisterziensermönche im Harz damit, die zahlreichen Teiche, Gräben und Wasserläufe anzulegen, um Wasserkraft für den Bergbau in der Region nutzbar zu machen.
Durch ein ausgeklügeltes Netz aus Speicherteichen und Fließgewässern konnten die Pumpen und Wasserräder der Harzer Erz-, Blei- und Silberminen betrieben werden. Ohne die intensive Nutzung von Wasserenergie hätte sich der Harz vermutlich nicht zu einer der bedeutendsten Bergbauregionen entwickeln könnten. Heute stehen die Anlagen der Oberharzer Wasserwirtschaft unter Denkmalschutz, werden aber teilweise noch zur Trinkwassergewinnung genutzt.
Unesco-Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft
Im August 2010 wurde die Oberharzer Wasserwirtschaft Weltkulturerbe.
Das UNESCO-Welterbekomitee hat das bekannte Oberharzer Wasserleitsystem, die Oberharzer Wasserwirtschaft, in die Liste des Kultur- und Naturerbes aufgenommen und damit die Welterbestätte "Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar" erweitert. Das Komitee würdigte die Oberharzer Wasserwirtschaft als eines der weltweit größten vorindustriellen Energieversorgungssysteme.
Die Welterbeausweisung der UNESCO bezieht zudem ehemalige Nutzer des Wassersystems mit ein. Unter anderem gerhören dazu die Grube Samson mit der einzigen, erhaltenen Fahrkunst weltweit sowie die Väter der Oberharzer Wasserwirtschaft - die Mönche des Zisterzienserklosters Walkenried.
Oberharzer Wasserregal – was ist das?
Oft wird die Oberharzer Wasserwirtschaft auch als „Oberharzer Wasserregal“ bezeichnet. Damit sind aber keineswegs die in Stufen angelegten Teiche und Gräben an den Harzer Berghängen gemeint. Der Begriff „Wasserregal“ stammt aus früheren Zeiten, genauer aus dem Mittelalter.
Damals war es üblich, Regionen bestimmte „königliche Hoheitsrechte“ zuzuweisen, die man auch „Regale“ nannte. Die Region Harz hatte damals zum Beispiel das Bergbauregal – also die königliche Erlaubnis, Bergbau zu betreiben – und das Wasserregal – also das Recht, die Wasserquellen der Region zu nutzen.
Heilklima-Wandern im UNESCO Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft
Als besonderes Angebot im Harz können Sie eine Heilklima-Wanderung auf 12 klassifizierten Heilklima-Wanderwegen an dem Grabensystem des UNESCO Weltkulturerbes Oberharzer Wasserwirtschaft durchführen. Bei diesen Wanderungen wird Ihr Immunsystem gestärkt und Ihre Ausdauer ausgebaut. Durch die gleichmäßige Bewegung durchströmt die heilklimatische Luft Ihren gesamten Körper.
Mönche bauten die ersten Anlagen der Oberharzer Wasserwirtschaft
Da es im Harz kaum natürliche Fließgewässer gibt, war es nötig, bestehende Reservoirs anzuzapfen oder Wasser zu stauen, um das Wasser dann über Wassermühlen an Berghängen umzuleiten. Auf diese Idee kamen übrigens nicht etwa Bergleute, sondern Mönche.
Im frühen 13. Jahrhundert wurde dem Zisterzienserkloster Walkenried ein Teil des Oberharzer Bergbaugebiets überschrieben. Die Mönche des Klosters machten sich Gedanken darüber, wie sie Wasserkraft zum Abbau von Erzen nutzen konnten und entwickelten die ersten Anlagen des genialen Wasserleitsystems. Sie waren so über drei Jahrhunderte die bedeutendsten Bergherren am Rammelsberg und im Oberharz.
Harzer Bergleute bauten das System der Oberharzer Wasserwirtschaft im Zeitraum zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert weiter aus.
Absolut sehenswert: Das Rehberger Grabenhaus
Besuchen Sie bei Ihrem Urlaub im Harz das Rehberger Grabenhaus und erfahren Sie in einem Museum mehr über die beeindruckende Technik der Oberharzer Wasserwirtschaft!
Das Rehberger Grabenhaus liegt ca. 2 km nördlich von Sankt Andreasberg und ist über die Jordanshöhe gut zu Fuß zu erreichen. Autofahrer stellen ihren Wagen am besten auf dem Parkplatz "Dreibodesteine" ab.
Auch sehenswert:
Historische Teiche, Wasserräder und andere Sehenswürdigkeiten
Bis in die frühe Neuzeit wurden zur Sammlung von Regenwasser insgesamt ca. 500 Kilometer Gräben in die Hänge des Harzes gegraben, durch die das Wasser über große Entfernungen in eine Vielzahl von Stauseen und Stauteiche geleitet wurde. Der Dammgraben leitet zum Beispiel das Wasser aus der Region des Brockens über 25 Kilometer bis nach Clausthal.
Der Rehberger Graben, im 18. Jahrhundert erstellt, leitete das Wasser des Oderteich zu den Bergwerken in Sankt Andreasberg. Von den Teichen wird das Wasser an Gräben und Wasserläufe abgegeben, die ober- und unterirdisch verlaufen und das Wasser so zu den Wasserrädern in den Gruben leiteten. Jede Zuleitung war dabei so konzipiert, dass genau die richtige Menge Wasser ankam.
Die Wasserräder wiederum dienten sowohl dazu, das Wasser aus den Gruben zu pumpen als auch Personen und Material zu transportieren, indem sie zum Beispiel die Fahrkünste ("Künste" = Maschinen) antrieben. In der Grube Samson in Sankt Andreasberg sowie im 19-Lachter-Stollen in Wildemann oder aber im Oberharzer Bergwerksmuseum Clausthal-Zellerfeld kann sich über die eindrucksvolle Harzer Bergbautechnik informieren.
WasserWanderWege – Wandern am Oberharzer Wasserregal
Die 22 WasserWanderWege der Harzwasserwerke führen sowohl an noch genutzten als auch an nicht mehr genutzen Gräben der Oberharzer Wasserwirtschaft vorbei.
Sie spazieren entlang der Teichketten der Wasserwirtschaft und entdecken alte Radstuben, Stollenmundlöcher und Pingen (Vertiefungen).
Auf 300 Wappentafeln und 100 Informationstafeln erfahren Sie viel Wissenswertes über die Anlagen der Oberharzer Wasserwirtschaft. Das Netz der WasserWanderWege umfasst insgesamt fast 113 Kilometer. Die einzelnen Wanderwege sind zwischen 0,3 und 11,5 Kilometer lang.
Angelrevier Oberharzer Teiche
Die Oberharzer Wasserwirtschaft mit ihren Gräben und Stauseen ist heute bei Wanderungen noch sehr gut zu besichtigen – teilweise sind die Teiche als Angelreviere nutzbar. Die Teiche und Gewässer der Oberharzer Wasserwirtschaft befinden sich heute im Eigentum der Harzwasserwerke und der Niedersächsischen Forstverwaltung. Die Fischereirechte wurden teilweise an die örtlichen Angelvereine verpachtet.
Die Angler und Interessengemeinschaft Preussag e.V. ist ein Zusammenschluss dieser Vereine. Dieser erlaubt das Angeln in den unter Denkmalschutz stehenden Teichen. Für das Sportangeln an den Teichen der Oberharzer Wasserwirtschaft benötigen Angler die „Angelkarte Oberharzer Teiche", die in den Tourist-Informationen Oberharz erhältlich ist. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf unserer Website zum Thema "Angeln im Harz".
Ausstellung "Oberharzer Wasserregal"
Die neue Ausstellung "Oberharzer Wasserregal" wurde am 28. August in Clausthal-Zellerfeld eröffnet.
Sie bietet seinen Besuchern zahlreiche Fotos, Zeichnungen, ein Video, Modelle und Originalteile, die die unterschiedlichen Bauwerke zur Kraftwasserversorgung Oberharzer Silberbergwerke verdeutlichen. Außerdem können die Bauwerke des Kaiser-Wilhelm-Schachtes angeschaut werden.
- Wann: täglich von 15:00 bis 17:00 Uhr
- Wo: im Betriebshof Clausthal der Harzwasserwerke GmbH, Erzstraße 24, Clausthal-Zellerfeld
- Eintritt: frei
Übersichtskarte: Oberharzer Teiche
Diese Karte zeigt Ihnen einen großen Teil der Anlagen der Oberharzer Wasserwirtschaft, die zwischen 1536 und 1866 im Oberharz von den Bergleuten für die Erzeugung von Wasserkraft durch Antrieb von Wasserrädern gebaut wurden. Heute sind beinahe 40 Teiche für die Sportfischerei freigegeben.
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