oberharz.de

Kostenlose Urlaubshotline 0800 80 10 300Aus dem Ausland +49 (0) 5582-80336

 Gefällt mir

Im Oberharz

Der Oberharz blickt auf eine lange Bergbautradition zurück. "Im Oberharz" ist ein traditionelles Oberharzer Lied, das das Clausthaler Studentenleben des 19. Jahrhunderts mit seinen interessanten Exkursionen, fröhlichen Kneipenbesuchen, ersten Romanzen und bevorstehenden Prüfungen wieder zum Leben erweckt.

Stimmen Sie sich hiermit musikalisch auf Ihren Aufenthalt im Oberharz ein:

Melodie: Nach Süden nun sich lenken

  1. Es ragen dunkle Tannen zum Himmel ohne Zahl, und weißer Nebel hebt sich empor aus tiefem Tal. Er riecht so schweflig sauer und tötet Baum und Strauch. Das ist des Harzes Herold, der biedere Hüttenrauch! - Hüttenrauch! - Kein Mensch kann ihm entfliehen, ein jeder muss dran riechen und räuspern sich und pusten und fluchen laut und husten.
  2. Zu Claustahl an dem Marktplatz, da steht ein kleines Haus, mit Schiefern schwarz behangen schaut es gar mürrisch aus. Das ist die "Alma Mater", des Oberharzes Ruhm. Drin drängelt und drückt sich und bückt sich das Bergstudententum. - Studententum. - "Almissima, du Feine! Du bist ja viel zu kleine! Zum Neubau nimm doch Gelder aus deinem Schatzbehälter!"
  3. Die Tannen leise flüstern, das Herdenglöcklein schallt, und munt'ren Schrittes ziehen viel' Burschen durch den Wald. Das ist ein "Exkursiönchen" der Bergakademie, gar tief wird heute geblicket in die Metallurgie. - Tallurgie! - Und ist genug gesehen, tut man ins Wirtshaus gehen und singet frohe Lieder und stärkt sich hin und wieder.
  4. Zu Grund im Römersaale, welch holder Mädchenkranz! Es wählt der Begstudente die schönste sich zum Tanz und rücket und drücket und dreht sie in wundersamer Lust, die blassen Examensgespenster zerfließen an ihrer Brust – an ihrer Brust! – Vom Tanz sich zu erholen, trinkt man dann würz'ge Bowlen und sitzet frei von Sorgen bis in den lichten Morgen.
  5. Zu Clausthal an dem Marktplatz, da geht es heut' „Rum! Plum!“ Es blitzen und donnern die Fragen, das ist's „Colloquium“. Gar mancher wird getroffen, und sprachlos sitz er da, doch tönt es laut im Inner'n: „Ich merke was, Aha! – was, Aha! – Das Wissen will nicht reifen, ich tu zuviel noch schweifen, die Prüfung zu passieren, muss ich mich konzentrieren".
  6. Glückauf, ihr grünen Berge! Ihr Brüder, all', Glückauf! Bestanden ist's Examen, folgt nach in frischem Lauf! Ade, ihr trauten Kneipen, ihr Mädchen allzumal, in Zellerfeld, Kamschlacken, in Grund und Lautenthal, - Lautenthal! – Wie steht ihr mir, ihr Lieben, so tief ins Herz geschrieben! Im Hüttenrauch als Sterne glänzt ihr mir in der Ferne.

Karl Schnabel

Übrigens:

Das in dem Lied besungene "mit Schiefern schwarz behangene Haus" war seit 1811 die Bergschule. Jene alte Bergschule hatte zwei aufbauende Klassen. In der zweiten - der unteren - Klasse wurden "Unteroffizianten" ausgebildet. So nannte man damals die betrieblichen Aufsichtspersonen im Bergbau, die etwa unter den Sammelbegriff "Steiger" fielen. Wer die erste (obere) Klasse absolviert hatte, konnte in einem Bergwerk ein Stelle als "Oberoffiziant" bekleiden. Ein derartiger Abschluss entsprach etwa einem heutigen akademischen Grad.

Im Jahre 1864 trennten sich die beiden Klassen, und es entstanden daraus zwei unabhängige Institutionen. Die untere Klasse blieb als Bergschule im engeren Sinne bestehen. Bis zum Jahre 1998 trug sie den Namen "Berg- und Hüttenschule Clausthal". Sie existiert auch heute noch unter dem neuen Namen "Fachschule für Wirtschaft und Technik". Die obere Klasse hieß ab 1864 "Bergakademie Clausthal" und war damit eine wissenschaftliche Hochschule. Ab 1968 wurde sie zur heutigen "Technischen Universität Clausthal" fortentwickelt. Karl Schnabel hat von 1885 bis 1900 an der Bergakademie als Professor für Metallhüttenwesen gelehrt.